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Schritt 1: Ihre Geschäftsidee auf dem Prüfstand

Der erste Schritt sollte nicht der Gang zum Gewerbeamt sein um die Firma anzumelden und durch zu starten. Mit großer Sicherheit ist man nicht besonders gut beraten, wenn man ohne Planung und weitere Überlegungen, salopp gesagt „einfach mal macht“.  Denn wenn es so einfach wäre, eine Idee in ein erfolgreiches Unternehmen umzusetzen, dann wäre jeder von uns ein erfolgreicher und reicher Unternehmer. Andererseits kann man sich aber auch in einem Planungswahn verlieren und Wochen und Monate, wenn nicht sogar Jahre damit verbringen, Marktanalysen und Käuferprofile zu erstellen – mit dem Ergebnis, dass entweder zu viel Zeit verloren geht oder einem irgendwann die Motivation abhanden kommt,  das Projekt umzusetzen.

Wie so oft ist man in solchen Fällen mit einem Mittelweg gut bedient. Erst denken, dann umsetzen – aber dann auch tatsächlich angehen und nicht, wie viele angehende Unternehmer, das Projekt nach 90% abgeschlossener Planung in die Schublade stecken.

Um Ihre Geschäftsidee zu prüfen, sollten Sie sich einige Fragen stellen und diese so ausführlich wie möglich beantworten, um sicherzugehen, dass Sie nicht während der Umsetzung böse überrascht werden.

Google ist Ihr Freund

Nehmen wir an, Sie sind ein kreativer und innovativer Mensch und Sie haben eine Idee, die es in Ihrer Meinung nach noch nicht gibt. Sie beginnen, einen Businessplan zu schreiben, was im Grunde gar keine schlechte Vorgehensweise ist.  Zunächst halten Sie fest, was unter Ihrer Idee oder Erfindung generell zu verstehen ist. Dann erstellen Sie eine detailgenaue Analyse Ihrer Zielgruppen, bis Sie zu dem Punkt „Markt und Wettbewerb“ kommen. Spätestens dann, wenn Sie mit der Recherche dieses Abschnitts beginnen, läuft es Ihnen kalt den Rücken herunter. Sie stellen fest, dass Ihre Idee schon ein anderer hatte. Man darf annehmen, dass Sie bis zu diesem Punkt schon einiges an Zeit wenn nicht sogar Liebe in „Ihre“ Idee, investiert haben. Dabei hätte eventuell eine  fünfminütige Google-Suche gereicht, um festzustellen, dass ein Anderer „IHRE“ Idee schon ein Weilchen früher gehabt hat und damit schon fleißig Geld verdient.

Damit soll nicht gesagt werden, dass Ihre Idee nichts mehr wert ist. Schließlich kann man besser sein als der „andere“. Doch Sie müssen zugeben, dass die Sichtweise auf Ihre Idee nach so einer Erkenntnis eine andere ist, als sie wäre, wenn sie noch im Glauben wären, ein echter Pionier zu sein. Aber Sie können in gewisser Weise auch stolz auf sich sein. Schließlich hatten sie eine Idee, die zu funktionieren scheint. Sie waren nur einen Tick zu spät dran. Wenn Sie es schaffen Ihre USP (= Unique selling proposition; Warum Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung besser ist als die anderen) zu finden, haben Sie einen riesigen Vorteil. Denn Sie wissen zum einen, dass Sie mit Ihrer Idee erfolgreich sein können und zum anderen können Sie sich vielleicht das ein oder andere kopieren und sparen sich so Zeit und Lehrgeld.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass bei vermeintlichen Innovativen, noch nie da gewesenen Ideen ein selbstkritischer Blick in Google keine schlechte Idee ist.

Wird Ihre Idee gebraucht?

Ein Unternehmen macht nur dann Sinn, wenn es in irgendeiner Art und Weise ein Bedürfnis am Markt befriedigt. In einfachen Worten heißt das, nur wenn jemand ihr Produkt braucht bzw. haben will, kann es erfolgreich werden. Welchen konkreten Nutzen hat Ihr potentieller Kunde, wenn er Ihr Produkt kauft? Um festzustellen ob Ihr Produkt ein echter Mehrwert für Ihre Zielgruppe ist, fragen Sie nach Meinungen. Fragen Sie Freunde und potentielle Kunden. Würden sie das Produkt kaufen? Welchen Preis würden sie dafür bezahlen? Besonders solche Gespräche können positiv für Ihr Produkt sein.  Sie bekommen Tipps und Anregungen wie Ihre Idee noch besser werden kann, denn manchmal ergeben sich Möglichkeiten, an die sie noch nicht gedacht haben. Lassen Sie sich bei negativer Kritik aber nicht zu schnell von Ihrer Idee abbringen. Viele werden zu Ihnen sagen, dass das nicht funktionieren wird und ein zu hohes Risiko darstellt. Wenn Sie eine qualifizierte Meinung hören wollen, fragen Sie Ihren Berater bei der Bank. Dieser hat durch Kreditanfragen anderer Unternehmer bereits sehr viele Geschäftsideen und Businesspläne gesehen und kann Ihnen eine unvoreingenommene Meinung geben.

Mangelndes Wissen

Viele Unternehmen sind gescheitert, weil sie ihr Produkt unter falschen Annahmen entwickelt haben. Beispielsweise hatte ein Landwirt die Idee auf seinen Feldern Windkraftanlagen zu bauen, allerdings hatte er sich zu sehr auf sein Gefühl verlassen und nicht prüfen lassen ob auf seinen Ländereien ausreichend Wind herrscht. Das Projekt ist gescheitert und hat viel Geld verschlungen. Vergewissern Sie sich also, dass sich Ihre Idee nicht auf falschen Annahmen stützen. Wenn Sie nicht sicher sind, fragen ziehen Sie einen Experten zu Rate.

Wenn sie sich mit der Thematik der Unternehmensgründung schon etwas befasst haben, dann werden Sie sich mit Sicherheit fragen, warum der erste Schritt nicht die Erstellung eines Businessplan ist. Ein Businessplan ist mit sehr viel Aufwand verbunden. Sie sollten aber Ihre Idee nach den oben genannten Gesichtspunkten prüfen. Erst dann ist es sinnvoll die Idee in einer detaillierten Form einen Businessplans niederzuschreiben.


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Über Stefan Winklhofer

Stefan Winklhofer ist Geschäftsführer der SuprSale GmbH (www.suprsale.com), welche sich auf browserbasierte Applikationsentwicklung spezialisiert hat.

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