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Unterschied zwischen Soll- und Ist – Versteuerung

Machen Sie nicht von der Kleinunternehmer-Regelung Gebrauch, müssen Sie für alle Rechnungen die Umsatzsteuer abführen bzw. erhalten diese für Eingangsrechnungen wieder vom Finanzamt zurück. Bei dieser Umsatzsteuer unterscheidet der Gesetzgeber zwischen zwei Arten der Versteuerung.

Soll – Versteuerung (Versteuerung nach vereinbarten Entgelten)

Schreiben Sie beispielsweise am 15.10.2012 eine Rechnung, müssen Sie in der Umsatzsteuer-Voranmeldung für den Monat Oktober 2012 die Umsatzsteuer angeben. Diese wird dann an das Finanzamt abgeführt. Bezahlt der Kunde die Rechnung erst einige Monate später, müssen Sie bis zu seiner Bezahlung die Umsatzsteuer vorstrecken. Bei dieser Art der Versteuerung muss die Umsatzsteuer für Ausgangsrechnungen jeweils im Folgemonat an das Finanzamt abgeführt werden. Dabei ist es nicht relevant ob der Kunde die Rechnung bereits bezahlt hat.

Bei hohen Rechnungsbeträgen kann dies zu Liquiditätsengpässen führen. Daher können Sie bis zu einem Netto-Jahresumsatz von 500.000 €  im Vorjahr beim Finanzamt einen Antrag auf die Ist-Versteuerung stellen. Sind Sie nicht zur Bilanzierung verpflichtet, können Sie auf Antrag ebenfalls von der Ist-Versteuerung Gebrauch machen.

Ist-Versteuerung (Versteuerung nach vereinnahmten Entgelten)

Bei der Ist-Versteuerung bezahlen Sie die Umsatzsteuer erst dann, wenn der Kunde die Rechnung auch bezahlt hat. Diese ist in der Umsatzsteuer-Voranmeldung des Monats zu erfassen, in welchem das Geld eingegangen ist.

Ist das Rechnungsdatum beispielsweise der 15.10.2012 und der Kunde bezahlt die Rechnung erst am 20.02.2013, so müssen Sie die Steuer erst in der Umsatzsteuer-Voranmeldung für den Monat Februar 2013 erfassen.

Somit müssen Sie im Gegensatz zur Soll-Versteuerung die Umsatzsteuer erst dann an das Finanzamt abführen, wenn Sie das Geld der Rechnung erhalten haben. Dies ist gerade bei hohen Rechnungen ein großer Vorteil gegenüber der Soll-Versteuerung, da es somit nicht zu Liquiditätsengpässen kommen kann.

Bei weiteren Fragen zu den Arten der Versteuerung hilft Ihnen auch gerne Ihr Steuerberater weiter.

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Über Mike Miler

Mike ist Selbständig seit er 21 Jahre alt war und hat seine erste Webseite bereits mit 14 Jahren erstellt. Heute hilft er Kunden unter https://mike.miler.de/ mit dem technischen Kram ihrer WordPress Webseiten.

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9 Kommentare

  1. die Seiten sind sehr hilfreich für mich. Wenn ich die angesprochenen Themen früher angeklickt hätte, wäre mir einiger Ärger mit dem Finanzamt erspart geblieben.

    mfG

    F. Hatter

  2. Soll – Versteuerung (Versteuerung nach vereinbarten Entgelten)
    das ist doch eine fehler. oder?

    sollte heißen
    Soll – Versteuerung (Versteuerung bei Fakturierung)
    !?!?

  3. Gibt es denn auch Vorteile für die Soll-Versteuerung? In welchen Fällen ist sie empfehlenswert?

    • Die Soll-Versteuerung wirkt sich vorteilhaft bei der Buchhaltung aus. Gerade bei größeren noch offenen Aufträgen über das laufende Geschäftsjahr hinaus kann der Jahresabschluß verfälscht werden, da bspw. die Ausgaben noch im alten Geschäftsjahr erfolgt sind, die Einnahmen aber erst im neuen Geschäftsjahr eintreffen. Da generell die Steuer anhand des Rechnungsdatums ermittelt wird, vereinfacht sich auch die Buchhaltung selbst. Ich persönlich halte diese Versteuerung nur für größere Firmen mit höheren Umsätzen für empfehlenswert, bei denen nicht ein zu hohes Risiko von Zahlungsausfällen besteht. Wer diese Besteuerungsform anwenden möchte, sollte sich vorher unbedingt mit seinem Steuerberater in Verbindung setzen.

    • Es kann auch ein Vorteil sein, wenn das Finanzamt Erstattungsbeträge aufgrund von Schulden aus Vorjahren einbehält. Durch die Soll-Versteuerung lassen sich die Ein- und Ausgaben besser steuern. Vorher hatten wir in einem Monat hohe Erstattungen, die wir aber nicht zurück bekamen und im nächsten Monat aufgrund der Zahlungen sehr hohe Umsatzsteuerbeträge an das Finanzamt zu zahlen.
      Durch die Soll – Versteuerung mitteln sich jetzt die Beträge.

  4. Auch wenn der Artikel schon etwas älter ist, danke für die Infos.
    Ich habe bei Sollversteuerung gerade das Problem, dass ich am Jahresende eine sehr große Rechnung gestellt habe (fast 30% des Jahresumsatzes) und die Zahlung natürlich erst im Folgejahr eingegangen ist. Jetzt bin ich der Meinung, dass für die EÜR der Zahlungsfluss relevant ist und nicht das Rechnungsdatum, somit habe ich im Vorjahr mehr USt. gezahlt, als ich durch die Einnahmen nach EÜR eigentlich hätte abführen müssen. Mache ich da einen Gedankenfehler oder kann das tatsächlich passieren? Weil, Rechnungsabgrenzung gibt es doch bei der EÜR nicht, oder?

    • Bei der EÜR gelten die tatsächlichen Zahlungsein- und Ausgänge. Wird Ihre Zahlung erst im Folgejahr bezahlt, fällt auch erst im Folgejahr die Ust an.

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