Home » Themen » Gründergeschichten » Calvin Hollywood: Vom Soldat zum Fotokünstler
Anzeige

Calvin Hollywood: Vom Soldat zum Fotokünstler

endlich-selbständig: Hallo Calvin! Es freut mich, dass du dir einige Minuten für uns Zeit genommen hast. Dir gehört das Atelier “WeischesLicht” und bist ein heller Stern am “Fotokünstler-Himmel”. Außerdem bist du als Coach und Trainer unterwegs und gibst diverse Workshops. Vielleicht stellst du dich den Lesern, sofern sie dich noch nicht kennen sollten, noch einmal vor.

Calvin Hollywood: Hallo, freut mich auch und natürlich habe ich für dieses spannende Thema ein bisschen Zeit. Zu meiner Person: Ich bin der Calvin, komme aus der Nähe von Mannheim/Heidelberg. Ich bin hauptberuflich als Trainer und Fotograf tätig, wobei etwa 70% der Tätigkeit auf die Trainertätigkeit abfällt und etwa 30% auf die Fotografie. Privat lebe ich auch hier, habe zwei Kinder – Zwillinge – jeweils 7 Jahre alt. Hobbies habe ich eigentlich nur drei: Das sind meine Familie, mein Beruf und (scherzend) Playstation zocken.

endlich-selbständig: Ich habe dich gerade als Fotokünstler bezeichnet und meinen Infos zufolge möchtest du das auch. Was unterscheidet denn den Fotokünstler vom klassischen Fotograf?

Calvin Hollywood: Anfangs ist es mir sehr schwer gefallen das Wort “Künstler” zu verwenden, denn ich bin nicht sonderlich kreativ oder ein klassischer Künstler. Allerdings sind meine Bilder zu künstlich um sie als reine Fotografie zu sehen. Ein Fotokünstler ist in meinen Augen jemand, der Fotografien erstellt und im Nachgang sehr viel Kunst in das Bild bringt. Zum Beispiel mit Veränderungen, die nicht immer realistisch sind, die auch mal unnatürlich wirken können, aber dadurch das Bild sehr viel Persönlichkeit erhält. Oftmals geschieht das bei mir durch die Bildwirkung, da meine Bilder zwar nicht immer, aber relativ häufig sehr gemalt bzw. illustrativ wirken.

endlich-selbständig: Viele von uns wissen, dass du diesen Weg nicht immer gegangen bist. Wann bzw. was war für dich der entscheidende Punkt dich selbständig zu machen?

Calvin Hollywood: Zunächst war ich 4 Jahre Kaufmann, danach habe ich mich im Jahr 2000 bei der Bundeswehr verpflichtet und bin dann 2006 zur Fotografie gekommen. 2007 habe ich mir dann schon zum Ziel gesetzt, nach meiner Verpflichtung im Jahr 2012, das Ganze hauptberuflich zu machen. Ich hatte viel Spaß bei der Bundeswehr, habe aber dann gemerkt, dass ich mit der Fotografie und Bildbearbeitung noch viel mehr Spaß haben kann. Ich bin freier, ich kann mich verwirklichen und (schmunzelnd) mehr Geld war’s auch noch. Das waren die Hauptgründe. Nun hatte ich 5 Jahre Zeit mir mein Ziel zu verwirklichen.

endlich-selbständig: Welche Dinge sollte man sich in deinen Augen vor der Selbständigkeit – rückblickend betrachtet – überlegen?

Calvin Hollywood: In jedem Fall die Freude und der Spaß. Ich hab mir eure Webseite angesehen und da geht es auch sehr viel um Bürokratie und Papierkram, allerdings hat mich das nie abgehalten. Ich bin absoluter Laie auf dem Gebiet. Im Prinzip ist es ganz einfach sich selbstständig zu machen und natürlich muss man sich früher oder später mit den ganzen Dingen beschäftigen, aber viele haben davor Angst. Ich würde mich eher fragen, ob ich die Leidenschaft aufbringen kann und will, ob mir das Spaß macht und ob ich mir das ein Leben lang vorstellen kann. Was ich wichtig finde ist, dass man sich selbst eine Art “Vorbereitungszeit” von einem bis maximal zwei Jahren gibt. Man sollte nichts überstürzen und von heute auf morgen alles hinschmeissen, aber es muss eine klare Entscheidung sein. Für Papierkram gibt es viel Hilfe – allein eure Webseite hilft super weiter. Von so etwas darf man sich nicht abschrecken lassen. Ich habe die Übergangszeit auch genutzt. Ich war bei der Bundeswehr und habe die Fotografie parallel gemacht. Irgendwann stellt man fest, dass man mit seinem Nebenjob genau so viel verdient wie im Hauptjob. Das ist der richtige Zeitpunkt den Wechsel durchzuführen.

endlich-selbständig: Was glaubst du, was den einen Gründer erfolgreicher macht als den anderen?

Calvin Hollywood: Mit Sicherheit Fleiß und Motivation. Der erfolgreiche Gründer arbeitet – stetig und beständig. Man muss das Denken umstellen. Um es auf den Punkt zu bringen: Hart arbeiten und jeden Tag weiterbilden. Ich arbeite seit 6 Jahren 14-16 Stunden täglich und das hat mich dahin gebracht wo ich heute bin. Wenn man fleißig ist, Vorbilder hat und immer konsumiert, kann nichts schief gehen. Die Menschen die bereits erfolgreich sind haben es ja schon geschafft. Man muss es also nur nachmachen. Was ich ständig erlebe sind Ausreden. Wenn jemand Schuld hat, dann immer man selbst.

endlich-selbständig: Deine Frau nimmt eine wichtige Rolle bei dir ein. Sie hält dir den Rücken frei. Wie wichtig ist das in deinen Augen?

Calvin Hollywood: Nun, viele Geschäfte gehen kaputt, weil das private Umfeld nicht stimmt. Meine Frau hat mich genau zu dem Zeitpunkt kennengelernt als alles begonnen hat. Sie hat es von Anfang an akzeptiert und die größte Hilfe für mich war, dass sie mich einfach machen ließ. Allerdings ist es ganz wichtig alles abzuklären. Ich habe immer alles geklärt und klare Regeln und Zeiten aufgestellt. Diese Zeiten gehören dann mir oder der Familie. Aber in der Zeit die mir gehört, kann ich das machen worauf ich Lust habe und habe keinen Stress weil ich genau weiss, dass diese Zeit mir gehört.

endlich-selbständig: Wie du ja weisst, bin ich Geschäftsführer der Tritendo Media GmbH und Betreiber dieses Blogs. Wir entwickeln eigentlich browserbasierte Software und bewegen uns in dem klassischen Umfeld der Webseiten-Programmierung. Vom kleinen Unternehmer-Portfolio bis hin zur Onlineshop-Lösung. Wir sind der Meinung, dass man Wissen und Know-How teilen und kommunizieren sollte, um anderen Menschen zu helfen und zu unterstützen. Wir wissen, dass du unsere Einstellung teilst. Warum glaubst du, dass das so wichtig ist?

Calvin Hollywood: Alles was man gibt, bekommt man zurück. Ich bin Trainer und lebe davon mein Wissen weiterzugeben. Ich stelle seit 6 Jahren alles kostenfrei zur Verfügung und trotzdem sind meine Workshops seit 6 Jahren ausgebucht. Wie erklärt man sich so etwas? Man brauch keine Angst davor zu haben, dass wenn man Wissen nach außen trägt, dass das eigene Business nicht mehr läuft. Das ist absoluter Quatsch. Gerade in der heutigen Zeit findest du alles, du musst nur suchen. Wenn du den Leuten hilfst, werfen sie irgendwann einen Stein zurück in den Garten. Vielleicht nicht sofort, aber die Zeit wird kommen. Je mehr man anderen hilft, desto mehr Hilfe bekommt man zurück. Und eine Sache sollte man sich gut merken: Man wird nie alleine erfolgreich, sondern immer durch und mit anderen.

endlich-selbständig: Hast du keine Angst davor, dass es irgendwann einen zweiten Calvin gibt, der deine Arbeitsweise zu 100% kopieren kann?

Calvin Hollywood: Nein, denn das ist genau der springende Punkt. Du kannst meine Bilder kopieren – ja, aber nicht meine Persönlichkeit. Denn ich bin wie ich bin, und das ist das was mich erfolgreich macht. Natürlich gehört Leistung auch dazu, aber wer ausschließlich seine Leistung anbietet, wird immer Probleme mit der Konkurrenz haben. Die Kombination macht einen erst unersetzbar. Ich bin mir sicher, dass es bessere Fotografen oder Künstler gibt, aber trotzdem werde ich gebucht. Warum? Die Kombination aus Leistung und Persönlichkeit.

endlich-selbständig: Ein guter Einstieg in den nächsten Punkt. Du hast vor einiger Zeit die DVD “Innerer Erfolg” auf den Markt gebracht, bei der es um deine Erfahrungen geht und was dich “erfolgreich” macht, wobei in deinen Augen der Erfolg nicht immer monetär sein muss. Kannst du kurz erklären, was für dich Erfolg bedeutet? Wie würdest du ihn definieren?

Calvin Hollywood: Wenn man ein Ziel erreicht hat, war man erfolgreich. Für mich bedeutet Erfolg: Zufriedenheit, Spaß und genügend Geld, um gut zu leben. Das heisst, wenn jemand mit wenig Geld gut leben kann, der glücklich ist und gesundheitlich fit ist, dann hat dieser “jemand” für mich Erfolg. Im Gegensatz dazu: Wenn jemand reich ist, aber gestresst ist, psychische Krankheiten aufgrund dieser Tätigkeit hat, ist er nicht erfolgreich. Der Erfolg hat nichts mit der Leistung zu tun. Für mich ist Erfolg all das, was von innen kommt, Spaß zu haben, die richtige Einstellung und die richtigen Freunde. Das Geld kommt von ganz alleine. Ich habe früher über Motivationstrainer und deren Trainings gelacht, doch heute weiss ich, dass diese wertvolle Inhalte liefern und einen wirklich voran bringen.

endlich-selbständig: Viele deiner Fans mögen dich nicht nur wegen deiner Arbeit und deiner Leistung, sondern auch aufgrund deiner Persönlichkeit. Deine Offenheit, deine direkte Art, deine persönliche Meinung zu äußern, ohne darauf zu achten was andere von dir denken. Viele schätzen das, aber der ein oder andere verurteilt dich auch deswegen. Warum glaubst du, dass das so ist?

Calvin Hollywood: Die meisten kennen mich nur über’s Internet. Im Internet ist es halt super schwer authentisch rüberzukommen. Wenn ich zum Beispiel posten würde, dass ich Profi bin, dann kommt das total arrogant rüber. Letztlich bedeutet es ja aber nur, dass ich das hauptberuflich mache. Natürlich ist auch ein gewisser Teil dabei, den ich als Selbstschutz bezeichnen würde. Daher schmettere ich auch klar gewisse Posts und/oder Statements ab. Klar ist auch, dass dann der Gedanke aufkommt, dass ich arrogant bin. Natürlich habe ich meine Fehler, aber ich glaube, dass über’s Internet, bedingt durch das Nichtvorhandensein von Mimik und Gestik, vieles falsch verstanden wird. Dann gibt es natürlich noch die Neider und Hater, das ist aber denke ich nur ein kleiner Teil und da sie meistens anonym sind, nehme ich sie nicht sonderlich ernst. Ich kann jedem nur empfehlen, sich mit einer erfolgreichen Person mitzufreuen und von ihr zu lernen, anstatt sie zu verurteilen. Auch wenn es ab und zu schwer fällt.

endlich-selbständig: Wie gehst du generell mit Kritik um?

Calvin Hollywood: Ich kann ganz klar sagen: 90% der Kritikpunkte setze ich nicht um, weil ich denke, dass es in die falsche Richtung gehen würde. Oftmals heisst es dann gleich, dass man nicht kritikfähig sei. Aber Kritikfähigkeit zu sein bedeutet ja nicht, alles umzusetzen, sondern sich Kritik anzuhören. Das klingt arrogant, aber genau deshalb bin ich dort wo ich jetzt bin. Zu Beginn habe ich immer alle Kritikpunkte umgesetzt, und weisst du was dabei raus kam? Klassischer Mainstream. Die Masse. Man schwimmt nur mit. Jetzt bin ich spezieller, es wird mehr kritisiert, aber deswegen bin ich da wo ich bin.

endlich-selbständig: Zu guter letzt noch ein paar Informationen zu deinen Projekten. Für mich war es etwas undurchsichtig, welche Seiten es nun alles gibt, und mit welchen Seiten du welches Ziel verfolgst. Kannst du dazu vielleicht nochmal was sagen?

Calvin Hollywood: Ja (lachend), ich erwähne schon gar nicht mehr alles, sondern nur noch die wichtigsten Dinge. Es gibt eigentlich nur 3 wichtige Plattformen. Für die Konsumenten meiner Trainings und Workshops sind die Seiten photoshopfreaks.de und calvinhollywood-store.com interessant. Für meine fotografische Dienstleistung gibt es artistshooter.com. Es gibt noch viel mehr, aber das wird alles etwas viel. Wichtig ist natürlich noch meine Facebook-Seite und wer etwas mehr Privates über mich erfahren möchte, der hat in meinem Blog die Möglichkeit dazu. Am besten gibt’s hierfür die App. Die findet ihr auf meinem Blog und wenn ihr die nutzen wollt und sollt, dann seid ihr überall. Youtube, Facebook , Blog – alles dabei, und ihr verpasst garantiert nichts mehr (grinsend).

endlich-selbständig: Wo kann man dich denn in nächster Zeit sehen?

Calvin Hollywood: Oh Gott, ich hab soviel Termine, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, und wenn ich ehrlich bin, weiß ich viele nicht mal, weil das alles mein Team koordiniert. Das größte Event ist wohl die Photokina im September, aber ansonsten einfach auf meinem Blog vorbeischauen, da gibt es einen Bereich “On-Tour”, in den ich immer eintrage, wann ich wo bin.

endlich-selbständig: Was würdest du unseren Lesern abschließend auf den Weg geben wollen?

Calvin Hollywood: Also ich würde erstmal den Leuten folgen die es schon geschafft haben und alles über diese Leute in Erfahrung bringen, denn davon kann man lernen. Zum zweiten kann ich nur sagen, sich sprichwörtlich “den Arsch aufreißen”, viel arbeiten. Burn-Out bekommen nur die, die falsch arbeiten, nicht die, die viel arbeiten. Wichtig ist immer darauf zu achten, dass man Spaß hat. Einfach machen. Nicht soviel darüber nachdenken. Machen.

endlich-selbständig: Das war ein super interessanter Einblick in deine Arbeit und in deine Persönlichkeit. Vielen Dank für die Zeit und weiterhin natürlich viel Erfolg.

Calvin Hollywood: Ich danke dir.

Anzeige

Über Stefan Bauer

Stefan Bauer ist geschäftsführender Gesellschafter der SuprSale GmbH (www.suprsale.com) und spezialisiert auf browserbasierte Applikationsentwicklung sowie die klassische Webentwicklung für Unternehmer-Portfolios und/oder Onlineshop-Lösungen. Hierbei kommen unter anderem Techniken wie PHP, MySQL/MSSQL und Javascript/ExtJS zum Einsatz. Außerdem ist er für alle technischen Abläufe, Prozesssteuerung und Serveradministration im Linux-Umfeld verantwortlich.

Ein Kommentar

  1. Sehr tolles Interview. Sehr motivierend!

    lg
    Kevin

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>