Home » Themen » Rechtliches » UG/GmbH Gründung: Geschäftsanteil – die Höhe und Form der Beteiligung des Gesellschafters
Anzeige

UG/GmbH Gründung: Geschäftsanteil – die Höhe und Form der Beteiligung des Gesellschafters

Die Fragestellung

Über den Geschäftsanteil wird die Beteiligung des Gesellschafters an der GmbH bzw. UG festgelegt. Für die Gesellschafter stellt sich die Frage, auf welchen Betrag die Stammeinlage lauten soll, wie sie erbracht werden kann und was dabei zu beachten ist.

Rechtlicher Hintergrund

Der Begriff Geschäftsanteil stellt eine Sammelbezeichnung für sämtliche Rechte und Pflichten des Gesellschafters einer GmbH bzw. UG dar. Als Geschäftsanteil können diese Rechte und Pflichten übertragen und belastet werden, über den Geschäftsanteil bestimmt sich die Beteiligung der Gesellschafter.

Der Geschäftsanteil bestimmt sich nach dem Nennbetrag der Stammeinlage, sein Wert kann davon jedoch erheblich abweichen.

Mit der Entscheidung, welche Stammeinlage übernommen wird, wird daher die Beteiligung des Gesellschafters an der GmbH bzw. UG festgelegt. Grundsätzlich bestimmt sich die Beteiligung des Gesellschafters nach dem Verhältnis seines Geschäftsanteils zum Stammkapital.

Die Stammeinlage kann bei der klassischen GmbH in Form der Geldeinlage sowie in Form der Sacheinlage erbracht werden, bei der UG ist die Variante Sacheinlage hingegen ausgeschlossen. Die Stammeinlage ist im Gesellschaftsvertrag festzusetzen. Bei der Sacheinlage muss außerdem der Gegenstand der Sacheinlage identifizierbar aufgeführt werden. Zudem ist bei dieser Variante ein Sachgründungsbericht erforderlich.

Bei der GmbH muss vor Anmeldung der Gesellschaft auf jeden Geschäftsanteil ein Viertel des Nennbetrags eingezahlt sein, in der Summe müssen die eingezahlten Einlagen die Hälfte des Mindeststammkapitals, also 12.500 Euro, erreicht werden. Sacheinlagen sowie Einlagen bei der UG sind vollständig vor Anmeldung der Gesellschaft zu erbringen.

Praxistipp

Wer welchen Geschäftsanteil an einer GmbH oder UG übernimmt, ist keine schwierig zu beantwortende Frage: Bei der Einzelgründung übernimmt der Einzelgründer alle Geschäftsanteile, bei Mehrpersonen-Gründungen werden die Stammeinlagen entsprechend der gewünschten Beteiligung der Gesellschafter an der GmbH bzw. UG übernommen.

Die Entscheidung über die Frage, ob die Stammeinlagen als Bar- oder als Sacheinlagen erbracht werden sollen, erübrigt sich bei der UG, da hier Sacheinlagen nicht zulässig sind. Einzig bei der Sacheinlage besteht in den meisten Fällen Beratungsbedarf, hier sollte Beratung auch in Anspruch genommen werden.

Dass mehr als die gesetzlich vorgeschriebene Hälfte des Stammkapitals vor Gründung eingezahlt wird empfiehlt sich dann, wenn der Kapitalbedarf darüber liegt. Ansonsten kann die Einforderung des noch nicht eingezahlten Betrags der Gesellschafterversammlung oder der Geschäftsführung überlassen werden.


Weitere Teile dieser Serie
Anzeige

Über Christoph Schemel

Christoph Schemel ist Rechtsanwalt und Inhaber von „Rofan - Recht rund ums Unternehmen“. Rofan verfolgt einen neuen und kundenorientierten Ansatz im juristischen Markt: Rechtsdienstleistungen werden nicht mehr wie bisher nach Zeitaufwand abgerechnet, vielmehr weiß der Kunde schon bei Mandatierung, welche Kosten auf ihn zukommen. Möglich wird dies durch Festpreisangebote, die überdies sehr knapp kalkuliert sind. Angeboten werden etwa Gründungen von GmbHs und UGs oder Markenanmeldungen. Weitere Informationen finden Sie unter http://rofan-gesellschaftsgruendung.de oder http://facebook.com/rofan.law.

Auch interessant

UG/GmbH Gründung: Der Unternehmensgegenstand

Gründer einer GmbH oder einer UG wissen oft keine Antwort auf die Frage, was als Unternehmensgegenstand angegeben werden soll. Soll z.B. eine möglichst enge Beschreibung erfolgen? Oder verbaue ich mir dadurch unnötigerweise Geschäftsfelder?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>