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Ein eigenes Geschäft eröffnen – worauf kommt es an?

Die Selbständigkeit zählt für viele zu einer Idealvorstellung, die mit eigener Arbeitsorganisation, sein eigener „Chef“ sein und vielem mehr zusammenhängt. Tatsächlich erfordert eine Selbständigkeit aber weit mehr als das, denn es kommt nicht allein auf die Tätigkeit allein an, sondern auch und gerade auf das richtige Gespür für Chancen, Kundenakquise und Mitarbeitermotivation. Der klassische Weg dabei, ein Geschäft im Einzelhandel zu eröffnen, bringt zudem hohe Anlaufkosten und vertragliche Pflichten mit sich – Dinge, die im Online-Geschäft größtmöglich zu vermeiden sind, allerdings durch Anwendungen in anderen Bereichen (Werbung, etc.) teils deutlich aufgewogen werden.

In den folgenden Absätzen werden die Grundlagen einer erfolgreichen Geschäftsgründung erläutert, auch und gerade mit Fokus auf klassische Fehler seitens des Unternehmensgründers.

Am Anfang steht die Idee

BrautmodeDer Ursprung allen geschäftlichen Handelns ist stets eine Idee, einer Überlegung darüber, wie es sich am Geschäftsleben partizipieren lässt. Egal, ob Klamottengeschäft oder Friseursalon: Wichtig ist die Entwicklung eines Gesamtkonzepts für die Eröffnung. Wie eingangs erwähnt, kommt es nicht ausschließlich auf das Produkt oder die Dienstleistung an. Die Besonderheit bei einem Ladengeschäft liegt darin, dass Kundenkontakt seine ganz eigenen Regeln hat und deshalb entscheidend vom Engagement des Inhabers und der Motivation und Eignung seiner Mitarbeiter abhängt. Hier lassen sich nämlich nur wenige Dinge in der Form delegieren, dass jemand „Geeignetes“ gefunden wird und dem Kunden Rede und Antwort zu stehen vermag.

Wichtige Überlegungen, die unbedingt im Vorfeld thematisiert werden müssen, sind unter anderem:

  • Wer übernimmt welche Aufgaben im Geschäft und was passiert, wenn Kompetenzen durch krankheitsbedingte Ausfälle kurzzeitig wegfallen?
  • Welches Verständnis und welche Darstellung nach außen sind gefordert, die von Mitarbeitern und Geschäftsleitung gleichermaßen repräsentiert werden müssen?
  • Wie stellt sich die Konkurrenzsituation in der relevanten Umgebung des Ladengeschäfts dar?
  • Gibt es Faktoren, die nur im Unbekannten bleiben und die zum Risiko werden können, da sie nicht beeinflussbar sind? Möglich wären hier bauliche Maßnahmen im näheren Umfeld, die Verkehrsanbindung oder eine Begrenzung des Mietverhältnisses respektive das Risiko einer nicht stemmbaren Mieterhöhung. Das gewerbliche Mietrecht sieht praktisch keine gesetzlichen Grundlagen vor, erlaubt ist soweit alles, was nicht als sittenwidrig einzustufen ist.
  • Wie viel Zukunftspotential steckt in der Immobilie? Wäre es möglich, das Geschäft bei Bedarf zu erweitern?
  • Welcher Kostenrahmen muss stets vorgehalten werden, um Lieferanten zu bedienen und gleichzeitig einen schnellen Bezug von Waren sicherzustellen?

Lage und Kundenpotential

Die besten Ideen und Ansätze, das Geschäft führen zu wollen, bringen dann nur bedingt etwas, wenn die Standortfaktoren alles andere als ideal sind. Nicht ohne Grund werden erstklassige Lagen über mehrere Jahre oder gar Jahrzehnte verpachtet, weil schlichtweg Planungssicherheit einen wesentlichen Erfolgsfaktor darstellt. Die Art und Weise, wie Dienstleistungen oder Produkte „an den Mann“ gebracht werden, steht damit in direktem Zusammenhang mit der Lage und der sie umgebenden Infrastruktur.

  • Wichtig ist es, eine ausreichend große Menge an Laufkundschaft zu haben. Seit Jahren geht der Trend zu einer Zentralisierung in vielen Branchen. Einkaufscenter, besonders ausgewiesene Fußgängerzonen oder Einkaufspassagen ziehen verschiedenste Klientel an und heben die Wahrscheinlichkeit, von etablierten Geschäften etwas „abschöpfen“ zu können.
  • Je nach Zielgruppe empfiehlt es sich, zuvor eine Marktanalyse hinsichtlich der Kaufkraft im betreffenden Stadtgebiet oder Viertel durchzuführen. Hilfestellungen geben und Kontakte vermitteln regionale Wirtschaftsverbände, ebenso wie die Industrie- und Handelskammern.
  • Ein Geschäft kann nur dann rentabel betrieben werden, wenn es sich in die Konkurrenzsituation vor Ort einfügt. Zu viele Geschäfte mit demselben oder ähnlichem Geschäftszweig verderben die Marge und führen zu Preiskriegen, die es zumindest erschweren, eine „Stammkundschaft“ zu bekommen.
  • Je nach Branche ist es notwendig, sich zuvor mit baurechtlichen Vorgaben zu beschäftigen. Jede Kommune hat unterschiedliche Regelungen bezüglich einer beschränkten Nutzbarkeit von Immobilien oder aber Vorgaben, die zwingend einzuhalten sind. Das notwendige Kapital vorausgesetzt, kann es sich unter Umständen lohnen, direkt an Bauämter oder Liegenschaftsämter heranzutreten. Werden Investitionen getätigt, könnte dadurch der Baulandpreis gedrückt werden.
  • Roh-, Hilfs- sowie Betriebsmittel sind essentiell für den Erfolg eines Ladengeschäfts. Es lebt von einer gewissen Mindestverfügbarkeit aller angeboten Produkte. Um liquide zu bleiben, bedarf es der Vereinbarung eines Rückgaberechts gegenüber dem Lieferanten. Über Masse lassen sich Preisnachlässe aushandeln, gleichwohl birgt dies Risiken in sich, falls Absatzprobleme auftreten.

Kosten und weitere Aspekte

Kalkulation KostenWie bereits verdeutlicht, stehen mit einem Ladengeschäft auch immer relativ hohe Aufwendungen zu Buche. Es ist daher unabdingbar, zuvor systematisch zu planen und vor allem Abweichungen nach oben einzukalkulieren. In der folgenden Aufstellung werden Kosten, die regelmäßig zur Eröffnung eines Ladengeschäfts anfallen, dargestellt.

  • Einrichtung des Ladengeschäfts
    Selten ist eine Immobilie so aufgebaut, dass sie allen Aspekten des künftigen Ladengeschäfts genügt. Umbaumaßnahmen können baurechtliche Vorgaben tangieren, zudem ergeben sich Beschränkungen hinsichtlich etwaiger Mietverhältnisse. Präzise Planungen und Kostenaufstellungen vor dem Vergleich geeignet erscheinender Immobilien sind unabdingbar.
  • Mitarbeiterkosten
    Neben dem Nettogehalt, das dem Arbeitnehmer ausbezahlt wird, tragen Arbeitgeber zusätzlich ihren Anteil im Sozialversicherungssystem. Wichtig sind aber auch Regelungen zu Urlaubstagen, dem Kündigungsrecht und den Kompetenzen, die jemand im Betrieb wahrnehmen darf.
  • Ladengestaltung
    Saisonale oder regionale Aspekte sind bei einem Ladengeschäft nicht ganz unwichtig. Die Einrichtung muss zeitgemäß sein und zum Verweilen einladen, was im Umkehrschluss mehrere Einrichtungsgarnituren erfordert. Dekorative Elemente sind ebenso wichtig.
  • Marketing
    Auch für Geschäfte gilt heute, dass ohne Marketing der Erfolg dauerhaft ausbleibt.

Wer die einzelnen Kostenpunkte für einen Laden gegen das Verdienstpotenzial aufrechnet, kann zumindest grob erfahren, ob sich ein Geschäft überhaupt lohnt.

Fazit und abschließende Bemerkungen

Vieles, wenn nicht sogar alles in Bezug auf die Unternehmensgründung liegt von Anfang an im Verantwortungsbereich des Gründers. Es ist daher sinnvoll, etwa bei der Ladeneinrichtung, der Finanzierung oder der Absicherung von Verträgen auf entsprechende Fachleute zu setzen. Die Kosten hierfür sind in der Regel gut investiert, da sich auf diesem Weg das sogenannte „Lehrgeld“ reduzieren lässt. Umfassende Analysen, welche die Infrastruktur mit einfassen und die Skalierbarkeit des Geschäfts betreffen, sind zwingend notwendig. Skalierbarkeit bedeutet, das Geschäft notfalls zu erweitern oder allgemein der Nachfrage anzupassen. Wer hier genau kalkuliert, kann letztlich ein erfolgreiches Business führen.

 

Abbildungen:

pixabay.com © MichaelGaida (CC0 1.0)
pixabay.com © jarmoluk (CC0 1.0)
 

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Über Stefan Winklhofer

Stefan Winklhofer ist Geschäftsführer der SuprSale GmbH (www.suprsale.com), welche sich auf browserbasierte Applikationsentwicklung spezialisiert hat.

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